• Gianina E.

Nein, nicht schon wieder!

Aktualisiert: Jan 2

Das war mein erster Gedanke als ich auf dem Rücken den Auslauf runter rutschte.

Doch was war genau passiert.

Wir waren als Team für ein Trainingswochenende nach Garmisch-Patenkirchen gereist. Meine ersten Sprünge auf der Olympiaschanze waren richtig gut und das erste Mal konnte ich ohne Schmerzen im Knie springen. Im dritten Sprung wollte ich dann meinen neuen Anzug ausprobieren, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte, denn er sollte sehr gut sein. Also wollte ich dies auch selbst austesten und leider hatten sie recht behalten.

Dieser Anzug und ein sehr guter Sprung, wurden mir zum Verhängnis. Leider bin ich in diesem dritten Trainingssprung sehr weit geflogen und bin mit einer sehr großen Höhe zur Landung gekommen. Diesen Faktoren konnte mein noch eher neues Kreuzband nicht standhalten.

Ich selbst habe sofort gespürt, dass bei der Landung erneut das Kreuzband gerissen war.

Doch wollte ich dies nicht wahr haben. Gerade als ich so richtig in Fahrt gekommen bin, musste mir sowas erneut passieren.

Natürlich wurden sofort die ersten Maßnahmen getroffen, um schnellstmöglich mit der richtigen Behandlung zu beginnen.

Doch wie es mir die letzten Wochen damit ging, fällt mir sehr schwer in Worte zufassen.

Das Leben ist manchmal einfach ungerecht und man kann absolut keinen Grund dafür erkennen.

Wer mich persönlich kennt wisst Ihr, dass ich immer versuche das positive in den verschiedenen Situationen zu sehen, doch das viel mir diesen mal sehr schwer.

Zum einen waren da die Gedanken zu, was hätte alles aus dieser Saison werden können, wenn ich mein Niveau beibehalten hätte. Zum andern waren da Vorwürfe an mich selbst, ob ich vielleicht zu früh zu viel riskiert hatte. Und natürlich die alles entscheidende Frage, was nun?

All diese Gedanken beschäftigten mich sehr in den letzten drei Wochen und auf die meisten habe ich bis heute keine Antwort gefunden und werde ich wohl auch nie. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Leben weiter geht.

Somit habe ich mich zuerst um die best mögliche Behandlung für mein Knie gekümmert. Und im zweiten Schritt habe ich versucht neue Strukturen und Ziele für die kommenden Wochen zu finden.

Natürlich werde ich das Skispringen trotz allem nicht einfach aufgeben und trotzdem bin ich gezwungen zumindest vorübergehen meine Blick neu auszurichten.

Nun freue ich mich sehr auf die bevorstehende Weihnachtszeit, um einfach die Zeit mit der Familie zu genießen und nie zu vergessen, dass es trotzdem ganz viele Sachen gibt für die ich dankbar sein kann.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine besinnliche Adventszeit!

Eure Gianina

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