• Gianina E.

Glücklich sein in jeder Lebenslage!

Aktualisiert: 31. Aug 2019


Wenn man sich als Sportler verletzt, dann ist das so, als ob man ganz lange auf etwas spart und dann verliert man plötzlich sein ganzes Erspartes auf einmal. Dann muss man wieder von Neuem anfangen zu sparen.

Es gibt viele Athleten, die, wenn sie sich verletzen, sofort wissen, dass sie ernsthaft verletzt sind. Bei mir war das anders. Nach meinem Sturz war die erste Diagnose des Notarztes, dass vielleicht das Innenband verletzt sei und der Grund, wieso ich nicht auftreten könne, an meinen Muskeln läge. Diese sind nach einem Sturz meist fest angespannt, was ein Schutzmechanismus des Körpers ist. Als ich dann im Krankenhaus in Norwegen war, meinte die zuständige Ärztin ebenfalls, dass sie nicht glaubt, dass mein Knie ernsthaft verletzt sei.

Und somit war ich voller Hoffnung, dass ich schon bald wieder springen könnte, aber ich war mir auch bewusst, dass eine endgültige Diagnose erst nach einem MRT gestellt werden kann.

Aber als ich dann nach dem MRT in München, die Nachricht überliefert bekam, dass ich mir tatsächlich das Kreuzband gerissen habe, war das ein mega Schock für mich.

Leider haben sich bei uns im Team schon ziemlich viel das Kreuzband gerissen und aus irgendeinem Grund dachte ich immer, dass das etwas sei, was mir nie passieren würde.

Doch dann saß ich da in diesem Arztzimmer und wusste gar nicht, was ich jetzt tun sollte. Ich hatte Angst, weil sich die Pläne meiner nahen Zukunft schlagartig geändert hatten und ich nichts dagegen tun konnte.

Natürlich habe ich auch meine Zeit gebraucht, um diese Diagnose zu verarbeiten, aber ich denke, ich kann mit Stolz sagen, dass ich mich ziemlich schnell wieder gefasst hatte.

Denn zu dieser Zeit wurde mir eines wieder deutlich bewusst, glücklich zu sein, ist eine Entscheidung und nicht abhängig von Gefühlen oder äußeren Umständen.

Und dadurch lernte ich ganz neue Seiten an mir kennen, welche in erster Linie nichts mit Skispringen zu tun hatten.

Durch meine Verletzung durfte ich erfahren, wie schön es sein kann, jedes Wochenende zuhause zu verbringen oder wie viel einfacher die Schule plötzlich ist, wenn man die ganze Zeit anwesend ist. Aber trotzdem vermisste ich das Sporttreiben im Allgemeinen sehr und so lernte ich auch geduldig zu sein.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich diese Haltung, glücklich zu sein, auch wirklich in mich aufnehmen konnte aber mittlerweile begleitet es mich jeden Tag.

Ebenfalls bin ich durch diese Einstellung auch dankbarer geworden.

Es gibt immer einen Grund dankbar zu sein und somit gibt es auch immer einen Grund glücklich zu sein.

In diesem Sinne,

ein schönes Wochenende!

Eure Gianina

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© 2019 by Gianina Ernst