• Gianina E.

ÜBER MEINE ERSTEN SPRÜNGE!


Den Termin für meine ersten Sprünge habe ich schon über einen Monat im Voraus festgelegt: So hatte ich etwas, worauf ich hinarbeiten konnte. Und ich freute mich riesig auf diesen Tag. Immer wieder stellte ich mir bildlich vor, wie ich in den Lift steige, wie ich mich oben am Anlauf auf den Sprung vorbereite und schlussendlich auch, wie ich mich auf den Balken setze…. Und dann meinen ersten Sprung mache!

Und es war tatsächlich genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Weil ich diese Schanze in und auswendig kenne, hatte ich mich ganz bewusst dazu entschieden, in Hinterzarten auf der 70-Meter-Schanze wieder ins Sprungtraining einzusteigen.

Voller Vorfreude habe ich dann am Montag meine Sprungski aus dem Skisack geholt und sie vor der Haustüre für den darauffolgenden Tag präpariert. Danach packte ich noch mit viel Sorgfalt all meine Sprungsachen ein: Alles gleich doppelt, weil ich eine solche Freude daran hatte.

Die Nacht vorher habe ich geschlafen wie ein Baby. Ich war, komischerweise, überhaupt nicht nervös. Und so ging es am Dienstag in der Früh los, in den Schwarzwald nach Hinterzarten zur Schanze.

Und die Nervosität kam dann doch noch, aber erst als ich dann wirklich oben am Anlauf war, fertig für meinen ersten Sprung nach neun Monaten Pause. Doch ich wusste genau, was zu tun ist. Auf den Balken setzen und loslassen, das war meine Aufgabe. Denn dann würde es kein Zurück mehr geben.

Und genau das habe ich gemacht. Ich habe einfach losgelassen, ohne zu zögern oder zu überlegen. Einzig mit dem Vertrauen darauf, dass der Sprung, den ich seit klein auf übe, in mir steckt, und mein Körper genau weiß, was war er zu tun hat. Und glücklicherweise wusste er es noch ganz genau!

Ich war mir ebenfalls ganz sicher, dass mein Knie der Belastung standhalten würde und deshalb habe ich keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass irgendetwas passieren könnte. Schließlich habe ich im Vorfeld sehr effizient gearbeitet und es gab keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Denn ich bin wieder ganz gesund!

Natürlich war mein erster Sprung noch verhalten, aber das Wichtigste war vorhanden: Der Sprung war technisch schon sehr stabil.

So tastete ich mich von Sprung zu Sprung wieder zurück an die alte Form. Dann nach acht Sprüngen auf der 70-Meter-Schanze wurde es mir fast schon ein bisschen langweilig. Deshalb bin ich in meiner zweiten Einheit auf die 90-Meter-Schanze gewechselt.



Und dann ist es mit dem Skispringen eigentlich erst so richtig losgegangen. Ich bin einfach gesprungen und habe es genossen, wieder das machen zu können, was mir so unglaublich viel Spaß macht. Und wie so oft beim Skispringen, wenn man nicht nachdenkt, läuft es am besten.

Nun bin ich wirklich sehr zufrieden mit meinem Einstieg und freue mich jetzt einfach darauf, die nächsten Wochen wieder regelmäßig auf der Schanze zu sein und weiter an meinem Sprung arbeiten zu können.

Vielleicht treffe ich ja bald schon den einen oder anderen von Euch an einer Sprungschanze!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,

Gianina

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© 2019 by Gianina Ernst